Wettbewerb | Grußwort

Liebe Schülerinnen und Schüler,

 

Das Jahr 1945 gehört zu den wichtigsten Wendepunkten der Geschichte. Mit ihrem Sieg beendeten damals die Alliierten den Zweiten Weltkrieg und die zwölfjährige unmenschliche Terrorherrschaft der Nationalsozialisten. Das NS­Regime hatte mit seiner menschenverachtenden Ideologie, seiner ausbeuterischen Expansions­- und Eroberungspolitik und dem historisch beispiellosen Zivilisationsbruch der Shoa, der planmäßigen Ermordung rund sechs Millionen europäischer Juden, Leid, Gewalt und Tod unvorstellbaren Ausmaßes verursacht. 

 

Die Jahreszahl 1945 steht ebenso für die bedingungslose Kapitulation der Deutschen wie für die Befreiung der Konzentrations­- und Vernichtungslager, für den Beginn des Wiederaufbaus der im Krieg zerstörten Städte und der Demokratisierung zumindest in Westdeutschland, für die Heimkehr der Soldaten und die Ankunft von vielen Millionen Vertriebener und Flüchtlinge, die infolge des von den Deutschen entfesselten Krieges ihre Heimat verloren hatten. 

 

2020 jährt sich diese wichtige Zäsur zum 75. Mal. Ein Dreivierteljahrhundert ist seitdem vergangen – fast eine ganze Lebensspanne. Aus diesem Anlass widmet sich der Schülerlandeswettbewerb „Erinnerungszeichen“ 2020/2021 dem Thema „1945 – Kriegsende in Bayern“. 

 

Wir laden euch herzlich ein, am diesjährigen Wettbewerb teilzunehmen. Findet zum Beispiel heraus, wie der Zweite Weltkrieg in eurem Heimatort endete, wie die Menschen bei euch daheim mit dem schweren Erbe von Diktatur und Krieg umgingen und den Wiederaufbau und den demokratischen Neubeginn anpackten! Macht euch auf die Suche nach den Spuren, die das Kriegsende 1945 vor Ort hinterlassen hat! Einen besonderen Rahmen für die Teilnahme bieten euch die W­ und P­Seminare an den Gymnasien, die Projektpräsentation in den 9. Klassen der Realschule oder der HSU­Unterricht der Grundschule. 

 

Wir danken schon jetzt sehr herzlich allen Lehrkräften, die euch bei eurer Spurensuche engagiert unterstützen. Die Beschäftigung mit der bayerischen Landesgeschichte und der Geschichte vor Ort ist von zentraler Bedeutung für die Ausprägung des Geschichtsbewusstseins, für das Verstehen unserer Gegenwart und für die verantwortungsbewusste Gestaltung unserer Zukunft. Daher übernehmen wir sehr gerne die gemeinsame Schirmherrschaft über den Schülerlandeswettbewerb „Erinnerungszeichen“. Wir wünschen euch und euren Lehrkräften viel Erfolg beim Aufspüren der Erinnerungszeichen an eurem Heimatort.

 

München, im Januar 2020


Ilse Aigner

Präsidentin des Bayerischen Landtags

Prof. Dr. Michael Piazolo

Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus


Bildnachweis: Zscheile/Süddeutsche Zeitung Photo
Bildnachweis: Zscheile/Süddeutsche Zeitung Photo

Zerstörte Städte, fehlender Wohnraum und mangelnde Lebensmittelver­sorgung stellten massive Probleme der unmittelbaren Nachkriegszeit dar.

All dies wirkte sich natür­lich auch auf
das Leben von Kindern und Jugendlichen aus, von denen viele ihre Kindheit im wahrsten Sinn des Wortes „in Trümmern“ verbrachten.