Wettbewerb | Personen

Musik und Klänge gehören zum Leben der Menschen. In den Klöstern sangen und komponierten Mönche und Nonnen Musikstücke, während in den Städten das Läuten der Glocken schon im Mittelalter wichtige Ereignisse verkündete. Posthörner kündigten Kutschen und Postsendungen an, Nachtwächter bedienten sich bei ihren Rundgängen einfacher Melodien oder gereimter Sprüche. In ländlichen Regionen spiegelt sich bis heute traditionelles Brauchtum in der Volksmusik wider, die von einzelnen Musikgruppen in einem „neuen Sound“ interpretiert wird. Musik verbindet – und so wird mancher „Hit“ moderner bayerischer Rock- und Popbands von Jung und Alt mitgesungen.
Allerdings zeigt uns die Geschichte auch, dass Musik von Menschen politisch missbraucht und für ihre Zwecke umgedeutet werden kann.

Bildnachweis: Stadtansicht Nürnbergs 1502/Bayerische Staatsbibliothek/BSB Mapp. XI,483 da/ Historisches Lexikon Bayerns/Artikel45427
Bildnachweis: Stadtansicht Nürnbergs 1502/Bayerische Staatsbibliothek/BSB Mapp. XI,483 da/ Historisches Lexikon Bayerns/Artikel45427

Türmer:

Glocken waren seit dem Mittelalter ein wichtiges Kommunikationsmittel in den Städten. Sie kündigten Tages- und Gebetszeiten, Markt- und Gerichtsstunden sowie die Öffnung der Stadttore an und warnten vor Gefahr. Bei einer Brandmeldung ertönte eine bestimmte Schlagfolge, um die Bevölkerung zu alarmieren. In wohlhabenden, größeren Städten waren Türmer dafür verantwortlich, die verschiedenen Glockenschläge auszulösen. In den Turmstuben kamen dafür spezielle Räderuhren mit eigenem Klangwerk zum Einsatz, die zuverlässig das pünktliche Läuten sicherstellten.

Bildnachweis: Emanuel Schikaneder/wikimedia.org
Bildnachweis: Emanuel Schikaneder/wikimedia.org
Bildnachweis: Ignaz Alberti: Emanuel Schikaneder als der erste Papageno/wikipedia.org
Bildnachweis: Ignaz Alberti: Emanuel Schikaneder als der erste Papageno/wikipedia.org

Emanuel Schikaneder/Papageno:

Der in Straubing geborene Emanuel Schikaneder (1751–1812) war Schauspieler, Sänger, Regisseur, Dichter und Theaterdirektor. Er verfasste über 100 Theaterstücke und Libretti, darunter ein Libretto für Mozarts berühmte Oper „Die Zauberflöte“. Bei deren Uraufführung in Wien spielte er selbst die Rolle des Vogelfängers Papageno. Als Theaterleiter setzte er auf aufwendige Effekte, bewegliche Kulissen sowie moderne Licht- und Bühnentechnik, um magische und dramatische Momente besonders anschaulich zu gestalten.

Bildnachweis: Carl Orff Medaille/auge=mit/eigenes Werk/2019/wikimedia.org
Bildnachweis: Carl Orff Medaille/auge=mit/eigenes Werk/2019/wikimedia.org

Carl Orff:

Der Münchner Carl Orff (1895–1982) war Komponist und Musikpädagoge. Sein Orff-Schulwerk und die Orff-Instrumente prägen bis heute die Musikpädagogik. Im Nationalsozialismus verhielt er sich politisch vorsichtig; er war kein Parteimitglied, profitierte aber vom System und schrieb beispielsweise ein Musikstück für die Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Berlin.

Die „Carmina Burana“, ein szenisches Chorwerk, das bis heute populär ist, wurde von den Nationalsozialisten als „archaisch-germanisch“ gefeiert. Als sogenannter „Mitläufer“ eingestuft, setzte er seine Karriere in der Nachkriegszeit fort und komponierte etwa für die Feierlichkeiten zu den Olympischen Sommerspielen 1972 in München den Beitrag „Gruß der Jugend“.

Bildnachweis: Labrassbanda/Polka 4c/David Königsmann/eigenes Werk
Bildnachweis: Labrassbanda/Polka 4c/David Königsmann/eigenes Werk

LaBrassBanda/Die Fexer:

Wie unterschiedlich moderne Blasmusik sein kann, zeigen die bayerischen Bands LaBrassBanda aus Übersee am Chiemsee und Die Fexer aus der Oberpfalz. LaBrassBanda mischt Blasmusik mit Reggae, Ska, Funk, Punk und Techno, die Bandmitglieder singen im bayerischen Dialekt und treten barfuß in Lederhosen auf. Die Fexer spielen als Musiktrio traditionelle Polka und Walzer, ergänzt durch moderne Arrangements und bekannte Pop- und Rocksongs. Beide Bands interpretieren Blasmusik auf ihre eigene, moderne Art, spiegeln ihre Heimatnähe wider und sind publikumsnah. Ihr lebendiger, fröhlicher Stil und die mitreißenden Auftritte machen sie bei Jung und Alt beliebt.

Bildnachweis: Die Fexer/Christina Brandl/eigenes Werk
Bildnachweis: Die Fexer/Christina Brandl/eigenes Werk
Bildnachweis: Hans Sachs Denkmal/jalibird/eigenes Werk/2005/wikpedia.org
Bildnachweis: Hans Sachs Denkmal/jalibird/eigenes Werk/2005/wikpedia.org

Hans Sachs (1494–1576)
Hans Sachs aus Nürnberg war Schuhmacher, Dichter und Sänger und gilt als der bedeutendste Meistersinger seiner Zeit.

Die Mitglieder von Zünften, die sich dem Gesang und der Dichtung verschrieben hatten, komponierten nach festen Regeln und förderten so die musikalische Bildung der Bürgerschaft. Hans Sachs schuf über 6000 Werke und verbreitete durch Gedichte und Lieder auch die Lehren Martin Luthers auf volkstümliche Weise. Richard Wagner ehrte den singenden Schuhmacher in seiner Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ und setzte ihm damit ein bleibendes musikalisches Denkmal, das allerdings auch die Nationalsozialisten im Rahmen der Nürnberger Reichsparteitage für ihre Zwecke instrumentalisierten.


Projektideen

  • Findet in Eurer Umgebung Bauwerke, in denen Menschen lebten, die das Klangbild Eurer Stadt in früheren Zeiten geprägt haben. Geht
    auf Spurensuche und erforscht, welchen Berufen man an diesen Orten nachging.
  • Kennt Ihr Gebäude in Eurer Nähe, in denen bekannte Musiker lebten? Wie werden diese Orte heute genutzt? Erkundet, wie sie sich im Laufe der Zeit verändert haben.
  • Musik kann auch für politische Zwecke eingesetzt werden, um Menschen zu beeinflussen. Sammelt dazu Beispiele aus Eurer
    bayerischen Heimat. 
  • Manchmal verbindet Musik sogar über Generationen hinweg. Recherchiert zu Bands und Musikgruppen aus Eurer Region, die
    schon Eure Eltern oder Großeltern kannten und deren Songs Euch heute noch vertraut sind.
  • Macht Euch auf die Suche nach berühmten Musikern, Komponisten oder Instrumentenherstellern in Eurer Gegend und recherchiert über
    deren Leben und Wirken.
  • Vergleicht den Bezug zur Musik von jungen Menschen in Eurer Region früher und heute. Welche Lieder wurden gerne gesungen, welche Instrumente gespielt und zu welchen Anlässen kamen Kinder und Jugendliche mit Musik in Berührung