Wettbewerb | Personen
Musik und Klänge gehören zum Leben der Menschen. In den Klöstern sangen und komponierten Mönche und Nonnen Musikstücke, während in den Städten das Läuten der Glocken schon im Mittelalter
wichtige Ereignisse verkündete. Posthörner kündigten Kutschen und Postsendungen an, Nachtwächter bedienten sich bei ihren Rundgängen einfacher Melodien oder gereimter Sprüche. In ländlichen
Regionen spiegelt sich bis heute traditionelles Brauchtum in der Volksmusik wider, die von einzelnen Musikgruppen in einem „neuen Sound“ interpretiert wird. Musik verbindet – und so wird mancher
„Hit“ moderner bayerischer Rock- und Popbands von Jung und Alt mitgesungen.
Allerdings zeigt uns die Geschichte auch, dass Musik von Menschen politisch missbraucht und für ihre Zwecke umgedeutet werden kann.

Türmer:
Glocken waren seit dem Mittelalter ein wichtiges Kommunikationsmittel in den Städten. Sie kündigten Tages- und Gebetszeiten, Markt- und Gerichtsstunden sowie die Öffnung der Stadttore an und warnten vor Gefahr. Bei einer Brandmeldung ertönte eine bestimmte Schlagfolge, um die Bevölkerung zu alarmieren. In wohlhabenden, größeren Städten waren Türmer dafür verantwortlich, die verschiedenen Glockenschläge auszulösen. In den Turmstuben kamen dafür spezielle Räderuhren mit eigenem Klangwerk zum Einsatz, die zuverlässig das pünktliche Läuten sicherstellten.


Emanuel Schikaneder/Papageno:
Der in Straubing geborene Emanuel Schikaneder (1751–1812) war Schauspieler, Sänger, Regisseur, Dichter und Theaterdirektor. Er verfasste über 100 Theaterstücke und Libretti, darunter ein Libretto für Mozarts berühmte Oper „Die Zauberflöte“. Bei deren Uraufführung in Wien spielte er selbst die Rolle des Vogelfängers Papageno. Als Theaterleiter setzte er auf aufwendige Effekte, bewegliche Kulissen sowie moderne Licht- und Bühnentechnik, um magische und dramatische Momente besonders anschaulich zu gestalten.

Carl Orff:
Der Münchner Carl Orff (1895–1982) war Komponist und Musikpädagoge. Sein Orff-Schulwerk und die Orff-Instrumente prägen bis heute die Musikpädagogik. Im Nationalsozialismus verhielt er sich politisch vorsichtig; er war kein Parteimitglied, profitierte aber vom System und schrieb beispielsweise ein Musikstück für die Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Berlin.
Die „Carmina Burana“, ein szenisches Chorwerk, das bis heute populär ist, wurde von den Nationalsozialisten als „archaisch-germanisch“ gefeiert. Als sogenannter „Mitläufer“ eingestuft, setzte er seine Karriere in der Nachkriegszeit fort und komponierte etwa für die Feierlichkeiten zu den Olympischen Sommerspielen 1972 in München den Beitrag „Gruß der Jugend“.

LaBrassBanda/Die Fexer:
Wie unterschiedlich moderne Blasmusik sein kann, zeigen die bayerischen Bands LaBrassBanda aus Übersee am Chiemsee und Die Fexer aus der Oberpfalz. LaBrassBanda mischt Blasmusik mit Reggae, Ska, Funk, Punk und Techno, die Bandmitglieder singen im bayerischen Dialekt und treten barfuß in Lederhosen auf. Die Fexer spielen als Musiktrio traditionelle Polka und Walzer, ergänzt durch moderne Arrangements und bekannte Pop- und Rocksongs. Beide Bands interpretieren Blasmusik auf ihre eigene, moderne Art, spiegeln ihre Heimatnähe wider und sind publikumsnah. Ihr lebendiger, fröhlicher Stil und die mitreißenden Auftritte machen sie bei Jung und Alt beliebt.


Hans Sachs (1494–1576)
Hans Sachs aus Nürnberg war Schuhmacher, Dichter und Sänger und gilt als der bedeutendste Meistersinger seiner Zeit.
Die Mitglieder von Zünften, die sich dem Gesang und der Dichtung verschrieben hatten, komponierten nach festen Regeln und förderten so die musikalische Bildung der Bürgerschaft. Hans Sachs schuf über 6000 Werke und verbreitete durch Gedichte und Lieder auch die Lehren Martin Luthers auf volkstümliche Weise. Richard Wagner ehrte den singenden Schuhmacher in seiner Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“ und setzte ihm damit ein bleibendes musikalisches Denkmal, das allerdings auch die Nationalsozialisten im Rahmen der Nürnberger Reichsparteitage für ihre Zwecke instrumentalisierten.